Brauereigeschichte
Geschichte am Abend
Seit dem Mittelalter wird in Deggendorf Bier gebraut. Ebenso alt ist auch die Deggendorfer Wirtshaustradition. Anfangs nahm allerdings der Wein, der auch in und um Deggendorf angebaut wurde, den ersten Platz unter den Alltagsgetränken ein. Nach dem Erlass des bayerischen Reinheitsgebots von 1516 wuchs die Zahl der Bierbrauer auch in Deggendorf an. Die 14 kleinen Brauereien produzierten jährlich pro Kopf der Bevölkerung (einschließlich Frauen und Kinder) 120 Maß Bier. Die Weißbierbrauerei war allerdings bis 1798 kurfürstliches Monopol. Das in Deggendorf getrunkene Weißbier kam aus Schwarzach bei Bogen. Viele Deggendorfer Weinwirte erwarben die Lizenz zum Weißbierausschank und hießen dann offiziell Wein- und Weißbierwirte. Die Deggendorfer Bierbrauer, deren Anwesen im Zentrum der Stadt lagen, waren vermögende und angesehene Leute. Oft gehörten sie dem Stadtrat an, wurden mitunter sogar Bürgermeister. Auf einige von ihnen gehen Stiftungen und Zuwendungen an städtische Einrichtungen zurück. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Bierproduktion in der Stadt eingestellt. 1976 wurde zum letzten Mal helles Bier gebraut, im August 1992 das letzte Weißbier ausgestoßen. Nach 30 Jahren ohne Brauerei eröffnete Robert Vitti 2023 wieder ein Deggendorfer Brauhaus. Im Vortrag sollen die wechselvolle Brauereigeschichte, die wichtigsten Brauereifamilien (Aschenbrenner, Haller, Kiesling, Kroiss, Nörer, Oswald, Schneider, Schwaiger, Sesselsberger) und ihre Leistungen, aber auch die Bierpreise und die Auseinandersetzungen darum, die in einem Bierkrieg mündeten, dargestellt werden.
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- Kursnummer: L1201
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Start:Mo. 12.10.2026
18:00 UhrEnde:Mo. 12.10.2026
20:00 Uhr -
Dozent:
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